Der Ausgangspunkt zu diesem Thema ist der Fragment gebliebene Inhalt der sogenannten " Letzten Ansprache" Rudolf Steiners, die er im Rahmen seiner esoterischen Karmabetrachtungen aus dem Jahre 1924, am 28. 9 1924 hielt. ( GA 238)
Zu dieser Zeit war Rudolf Steiner wohl schon an das Krankenlager gebunden, von dem er sich unbedingt aufraffen wollte, um eben den Inhalt der letzten Ansprache mitzuteilen. Diese war- wie aus Berichten hervorgeht- in zwei Teilen gedacht, von denen aber de facto nicht einmal der erste vollständig wiedergegeben wurde, weil Rudolf Steiner diesen aus Kräftemangel abbrechen musste. Daraus ist eine Regelrechte Aufgabenstellung für alle Anthroposophen hervorgegangen, vor allem aber für die esoterischen Schüler Rudolf Steiner, denen er diese Aufgabenstellung vermächtnishaft hinterliess, die sich in der Frage nach den beiden Johannes- Individualitäten zusammnfassen lässt, die am Mysterium von Golgatha unmittelbar beteiligt waren. Es handelt sich um jene des Täufers Johannes, wie auch um den Verfasser des Johannes-Evangeliums, der Johannes-Briefe und der Apokalypse, den Rudolfs Steiner ( ich kürze im Folgenden den Namen einfach mit RS ab) schon in seinem anthroposophischen Frühwerk " Das Christentum als mystische Tatsache" in dem vom Christus auzferweckten Lazarus identifizierte.
Es gibt bezüglich dieser Individualitäten allerdings eine Besonderheit in der letzen Ansprache, die deren Zuhörern damals in Unruhe versetzte, da sie aus früheren Mitteilungen beide Inkarnationsreihen kannten als die des Hieram Abiff, Lazarus, Christian Rosenkreuz und den Grafen St. Germain einerseits, wie auch Elias, Johannes d.T. , Raffael und Novalis andererseits.
Nun brachte aber RS in der Letzten Ansprache die beiden Linien zusammen, in dem er unvermittelt den Lazarus als den wiederverkörperten Elias bezeichnete, den er in früheren Vorträgen eben als wiederverkörperten Hieram Abiff beschrieben hatte und was auch den Zuhörern bekannt war. Diese wurden daher unsicher und wussten nicht, ob RS nicht etwa wegen seinem gesundheitlichen Zustand möglicher weise etwas durcheinander bringen würde.
Die Sache löste sich nachträglich dadurch auf, dass derselbe RS später seinen behandelnen Ärzten mitteilte, dass er eigentlich habe darstellen wollen, wie das Ich des Täufers Johannes, der nach seiner Enthauptung durch Herodes als Gruppenseele bei den Jüngern des Christus geblieben war, wie dieser sich bei der Auferweckung des Lazarus mit diesem verband, so dass aus zwei einer wurden für den Rest der damaligen Inkarnation. In den folgenden Inakarnationen gingen diese wieder auseinander.
Soweit zunächst in aller Kürze die Ausgangssituation aus der sich die genannte Aufgabenstellung ergibt.
Ich selbst habe gewissermassen schon damit angefangen mich damit zu befassen, noch bevor ich überhaupt von dieser Aufgabenstellung wusste; das hat sich mir einfach auf meinem persönlichen Weg ergeben, aus dem das Interesse für beide Individualitäten hervorgegangen ist. Dieser Weg Weg hat es zentral mit der Erkenntnis des Mysteriums von Golgatha zu tun, weshalb mich auch in allererster Linie die Anthroposophie interessiert.
Vielleicht darf ich hier diese ganz persönliche Bemerkung hinzu fügen, dass ich selbst Anfang der 80er eine Christus-Begegnung hatte, die mich erst zu der Anthroposophie führte, weil aus dieser Begegnung das tiefste Bedürftnis angefacht wurde, es in seiner Tiefe zu verstehen. Wie berechtigt dieses Bedürfnis ist, das fand ich später in allem durch die Anthroposophie bestätigt.
So sehr man aber durch die ganze Anthroposophie zu einem alllgemeinen Verständnis dieses Mysteriums von Golgatha kommen kann, es zeigt sich bei näherer Betrachtung welche Bedeuutung die Frage nach den beiden Joahnnes-Individualitäten
für das nähere Verständnis zukommt. Auch zeigt sich, wie diese Frage wie kaum eine andere dazu angetan ist, die von RS hinterlassenen Inhalte bezüglich der Christus-Erkennntis in einer selbständigen Art zu bewegen und sich zu eigen zu machen.
Ja, ich behaupte wie diese dazu angetan ist, auch zu einem selbständigen Forschen zu führen, was auch die Aufgabenstellung für die esoterischen Schüler erklären würde.
Ich habe in den letzen Jahren mehrmals dazu angesetzt, es in einem Buch zusammen zu fassen, was sich mir dazu in den letzten beiden Jahrzehnten des Studiums und Forschens diesbezüglich ergeben hat. So sind einige Hundert Seiten zustande gekommen, die mich aber bezüglich der Form nicht befriedigen; ich scheue mich daher noch, es veröffentlichen zu lassen.
Was ich dabei allerdings stark vermisse ist ein sachkundiges Umfeld mit dem man darüber in einen Dialog treten könnte. Ich bin mir darüber bewusst, wie das ein Thema für die esoterischen Schüler der Anthroposophie ist. Aber ich kann aus anderen Gründen äusserlich nicht in eine lebensvolle Beziehung zur Anthroposophischen Geselllschaft treten. Ich habe in den letzten Jahren die Diskussion um die Weihnachtstagungsgesellschaft von weitem, mitverfolgt und finde die Position die u.a. auch von Rudolf Saacke vertreten wurde als die einzig annehmbare und vernünftige.